Wenn auf des Teiches klarem Spiegel,

Die silberweißen Schwanen zieh′n,

Dann möcht′ ich auf der Sehnsucht Flügel,

Dem Land der Ruh entgegen flieh′n;

Und wenn die Wellen rastlos eilen,

Dann fühl′ ich mich so müd, so müd;

Und säng′, das wunde Herz zu heilen,

So gern mein letztes Schwanenlied.

 

Wenn rings um mich die Eichen rauschen,

Dann möcht′ ich gern mein höchstes Gut,

Die Lyra mit dem Grabe tauschen,

Wo sich′s so still und friedlich ruht.

Nichts hab′ ich hier als meine Lieder,

Mein thränenfeuchtes Saitenspiel -

Das andre nahm das Schicksal wieder,

Und ließ mir nur das Wehgefühl.

 

Auch mich umspielten frohe Träume,

Von Hoffnung schwärmt′ ich einst, von Glück!

Sie kehrten all′ in lichtre Räume,

Hinauf zur beßren Welt zurück.

Zum Palmenthal möcht′ ich mich neigen,

Wo Ruh dem müden Dulder lohnt,

Wo alle Lästerzungen schweigen,

Nur Lieb′ und stiller Friede wohnt.


Das Gedicht "Verlangen" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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