Im Spätherbst

 

Sei mir gegrüßt, du Erhabner, der hinter verhüllenden Wolken

Plötzlich hervorkommt am Himmel, ich heiße dich freudig willkommen;

Wenn du geräuschlos hin schwebst ob diesen entblätterten Feldern,

Scheinen die flüsternden Winde des Jahres Requiem zu singen.

Herbstzeit beginnt jetzt zu kränkeln, bald wird sie im Tode verscheiden.

Auch ist der Pfad den ich wandle, mit welkenden Blättern bestreut.

Wohl thut die einsame Stille dem Herzen, das feind dem Geräusche.

Ich bring mit inniger Freude dir strahlendem Fürsten der Nächte,

Ehrende Huldigung dar, vor deiner Größe mich neigend.

Denn wenn die Wolken die Sonne mit feindlichem Neide umdüstern,

Reif uns der strenge November herabschickt zur nächtlichen Stunde,

Ist es uns doppelte Freude, den Mond, den Erhabnen, zu sehen

Wie er dem Schwan zu vergleichen, durch Fluten der Lüfte hinsegelnd,

Unserm Gedächtniß so zauberisch zurückruft das Lächeln des Frühlings.


Das Gedicht "An den Mond" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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