Ach, wär' ich fern geblieben!

Vom Sehen kommt das Lieben,

Vom Lieben kommt der Schmerz:

Mit ihm rastloses Sehnen,

Mit ihm unzähl'ge Thränen,

In Thränen bricht das Herz!

Das Herz, gebrochen eben,

Kann fürder nicht mehr leben,

Muß sterbend bald vergehen.

Bringt Liebe solche Noth,

Und kommt die Lieb' vom Sehen,

So bringt das Sehen Tod!

Ach wär' ich fern geblieben

Vom Sehen und vom Lieben! –


Das Gedicht "Spätes Erkennen" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte