Auf des Rasens grünen Matten
Lag in seiner Myrthen Schatten
Amor schlafend hingeschmiegt,
Wie der Gott der Ruhe liegt.
Psyche, die bei ihren Schafen
Immer wachte, sah ihn schlafen,
Eilte sich und nahm in Eil’
Ihm den Bogen und den Pfeil!
»Mädchen«, sprach der Gott der Liebe,
»Ganz umsonst wirst du zum Diebe:
Hast du, liebes Mädchen, nicht
Pfeil und Bogen im Gesicht?«
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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