Gott ist Gott im Donnerwetter

Und im Frühlingssonnenschein,

Gott ist Gott in Allem! – Götter

Können also nirgend seyn!

 

Laßt uns beten: Vater unser,

Unser Vater, der du bist

In dem Himmel, ewig unser,

Wo das Reich der Gnaden ist;

 

Auf den Erden, in den Sonnen,

Welche wir wie Funken sehn,

Willst du deines Reiches Wonnen,

Und dein Wille muß geschehn!

 

Uns’re Leiber werden Trümmer:

Vater, unser täglich Brod

Gib uns heute, gib’s uns immer,

Bis an unsers Leibes Tod!

 

Uns’re Seelen, schwer beladen

Mit der Last der Sündenschuld,

Stützen sich auf deine Gnaden:

Ach, vergib und uns’re Schuld!

 

Prüf’ uns nicht bis zum Erliegen

Unter unserm Seelenschmerz!

Laß dir deine Gnade gnügen,

Sprich uns deinen Trost in’s Herz!

 

Und erlös’ uns von dem Bösen!

Du, der Vater, kannst allein

Alles Bösen Bande lösen;

Vater, alle Macht ist dein!

 

Dein ist Alles! Deinen Namen,

Deine Kraft und Herrlichkeit

Preisen Erd’ und Himmel! – Amen,

Amen! bis in Ewigkeit.


Das Gedicht "Vater Unser" stammt von   (1719 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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