Einst trug auf seinem schmalen Rücken
ein Esel eine schwere Last,
die fähig war, ihn tot zu drücken.
Ein ledig Pferd ging neben ihm.
Du hast
auf deinem Rücken nichts, sprach das geplagte Tier;
Hilf, liebes Pferdchen, hilf, ich bitte dich, hilf mir!
Was helfen! sagt der grobe Gaul;
Du bist der rechte Gast, du bist ein wenig faul!
Trag zu! –
Ich sterbe, liebes Pferd –
die Last erdrückt mich, rette mich!
Die Hälfte wär′ ein Spiel für dich!
Ich kann nicht! sprach das Pferd.
Kurz, unter dem zu schweren Sack
erlag der Esel. Sack und Pack
schmiß man dem groben Rappen auf;
des Esels Haut noch oben drauf.


Das Gedicht "Das Pferd und der Esel" stammt von   (1719 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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