Was hat dich so tief ergriffen,

Du, mein geliebtes Kind,

Daß deine schönen Augen

So feucht geworden sind?

 

Was hat dich bewegen müssen

Im tiefsten Herzensgrund,

Daß wie ein Röslein im Sturme

Zittert dein süßer Mund?

 

Weil dort in stillem Zuge

Ein Leichenwagen fährt,

Hat eine Thräne schimmernd

Dein dunkles Aug verklärt?

 

O laß dich liebend trösten,

Du, mein geliebtes Kind,

Laß uns den Tod vergessen,

Da wir am Leben sind!

 

Du willst es nicht erfassen,

Wie süß es sich ruhen mag

In des Grabes dunkler Stille

Unter frühlingsgrünem Hag.

 

Du willst es nimmer glauben,

Wie selig die Totenruh,

Wie gut es ist — mit Blumen

Zu fahren den Grabe zu.

 

Hast recht! und liebe das Leben,

Du, mein geliebtes Kind,

Und laß uns den Tod vergessen,

Da wir am Leben sind.


Das Gedicht "Liebe das Leben!" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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