Was weinst Du, Blümlein,

Im Morgenschein?

Das Blümlein lachte:

Was fällt dir ein!

 

Ich bin ja fröhlich,

Ich weine nicht -

Die Freudenthräne

Durchs Aug mir bricht!

 

Ich frug das Bächlein:

Was rinnst du dahin

Wie ein Thränenstrom

Durchs Wiesengrün?

 

Da klang es heraus

Aus der Wellenbrust:

Mein Strömen ist Freude,

Ist Brausen der Lust!

 

Du Morgenhimme

Bist blutig rot,

Als läg deine Sonne

Im Meere tot?

 

Da lacht der Himmel

Und ruft mich an:

Ich streue ja Rosen

Auf ihre Bahn!

 

Und flammend zog

Die Sonne hervor,

Die Blumen blühten

Jubelnd empor,

 

Des Baches Wellen

Jauchzten auf

Und die Sonne lachte

Freudig darauf.


Das Gedicht "Stille Freude" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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