Im Arme seiner Tochter liegt

Ein blinder Polengreis -

Das Haupt ans junge Herz geschmiegt

In kaltem Todesschweiß.

 

Ich sterbe gern — was soll ich hier,

Seitdem ich schwach und blind —

O küsse mich — und drücke mir

Die Augen zu, mein Kind!

 

Ich hab in mancher heißen Schlacht

Mein Leben eingesetzt, —

Der Gram hat früh mich alt gemacht

Ich sterbe gerne jetzt.

 

Denn stiege heut zu hellem Brand

Die Flammenglut empor,

Die bald vielleicht — das Vaterland

Befreiend — bricht hervor.

 

Ich war in meines Alters Harm

Nicht dieses Glückes wert,

Ich hätte einen lahmen Arm

Für mein geweihtes Schwert.

 

Ich war für meinen starken Mut

Zu schwach in dieser Stund,

Und meiner Söhne treues Blut

Das trank der Russenhund.

 

Daß sie noch lebten! — alle vier

Bei Ostrolenka sind —

O küsse mich und drücke mir

Die Augen zu, mein Kind!


Das Gedicht "Ein Pole" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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