Im Osten will es leise schon ergrauen,

Die Sonnenstrahlen sich dem Thal entringen,

Die Lüfte wehn, die Blumen zu bethauen,

Und neubelebt die klaren Bächlein springen.

 

Der Himmel scheint in Röte zu verglühen,

Das grüne Thal in Rosen zu zerfließen,

Und über dieses Glühen und Erblühen

Die Sonnenstralen ihren Glanz ergießen.

 

Heil dir, o Licht, das kühn die Nacht besiegte!

Und doch— der Abend wird dir widerstreben;

Und was der Mondenschein in Schlummer wiegte,

Das weckt die Sonne wieder auf zum Leben.

 

So ist es denn im ernsten Lauf der Welten —

Ein ewiges Entstehen und Verdrängen,

Und kaum das Herz des Frohsinns Jubel schwellten,

Ertönt die Brust in schmerzlichen Gesängen.


Das Gedicht "Wandlung" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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