Wie flammst du heut so mächtig wieder,
Als zöge dich zur Erde nieder
Die Sehnsucht einer ew′gen Macht.
So herrlich sehn wir dich entbrennen,
Daß wir dich Stern der Liebe nennen,
Du hellster in der Frühlingsnacht!
Bist du des Himmels gold′ne Zähre -
Die über uns und unsere Sphäre
Ein Engel der Erbarmung weint?
Sind wohl auf dir die Friedensauen,
Wo Seelen einst sich wiederschauen
Nach Leid′ und Todesschmerz vereint?
Das Gedicht "Frühlingsgestirn" stammt von Hermann Lingg (1820 - 1905).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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