Heute, da Osterluft weht,

Darfst du den Zauberspruch wagen,

Seele, daß dir auch ersteht,

Was du zu Grabe getragen.

 

Liebe zu allem, was ist -

Einst in jungfeurigen Stunden,

Ob du viel klüger nun bist,

Hast du doch rechter empfunden!

 

Glauben an alles, was schafft

Mitten im wüsten Vernichten,

Und an den Sieg der Kraft

Ueber das Treiben von Wichten!

 

Hoffnung auf alles, was hell

Einst dich gelockt in die Weiten -

Kamst du ans Ziel nicht so schnell,

Krönen dich kommende Zeiten!

 

Rufe hinab in die Nacht,

Drinnen die drei sich verborgen:

Auf, ihr Begrabnen, erwacht!

Steigt an den goldenen Morgen!

 

Siehe, sie starben dir nicht,

Die dich dem Leben verbanden -

Und wie sie tauchen ans Licht,

Fühlst du dich selber erstanden.


Das Gedicht "Ostern" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:

 

Weitere gute Ostergedichte zum schmökern.

 



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte