Wozu würden wir denn leben,

Wenn nach dem verdammten Streben

Nicht der Samstag Abend wär′

Mit dem Sonntag hinterher?

 

Fehlt′ es uns an diesem Ziele,

Möcht′ ich wirklich sehn, wie viele

Noch bereit beim Hahnenschrei

Wären zu der Rackerei!

 

So hingegen läßt sich′s tragen -

Tröstet′s doch, schon nach sechs Tagen

Arbeitsamer Höllenpein

Immer wieder faul zu sein!

 

Mit dem Batzen in der Tasche

Hockt man dann bei Krug und Flasche,

Hört als kunstgeneigter Mann

Einen Widihupfauf an;

 

Spricht nicht mehr, als zur Verdauung

Nötig ist und Auferbauung -

Regt sich ′mal die Phantasie,

Kneift sein Schätzgen man ins Knie.

 

Ja, ′s ist alles richtig wieder,

Sinkt die Samstagssonne nieder!

Schmunzelnd geht im Publikum

Dann sein lieber Gott herum.


Das Gedicht "Samstag-Abend" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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