Was fühlst du für Vergnügen,

In schreckender Gestalt

Dich einem Kind zu zeigen,

Das schon zum Grabe wallt?

Was hab′ ich denn genossen

(Nimmst du die Freuden weg,

Die meinem Geist geworden)

Auf meinem Lebensweg?

Erst nahmst du mir die Brüder;

Dann Vater, unsern Hort;

Noth machte mir die Heimath

Fast zum Verbannungsort.

Hat mich nicht der Gedanke

Gequält, früh brech′ mein Herz?

Und mehr als eignes Leiden

Der guten Mutter Schmerz?

Zum mindsten laß mich ruhig

Vollenden meine Bahn!

Hab′ jemals einem Menschen

Ich was zu Leid gethan?

Ich sterbe jung, und hoffte,

Ich würde alt, sehr alt;

Und sterb′ ich heut, - ist morgen

Mein Namen schon verhallt!


Das Gedicht "An den Tod" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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