Slâfest du, friedel ziere?
   man wecket uns leider schiere.
ein vogellîn sô wol getân,
   daz ist der linden an daz zwî gegân.

„Ich was vil sanfte entslâfen,
   nu rüefest du kint ‚Wâfen‘.
liep âne leit mac niht gesîn.
   swaz du gebiutest, daz leiste ich, friundîn mîn.

Diu frouwe begunde weinen:
   „Du rîtest und lâst mich eine.
wenne wilt du wider her zuo mir?
   ôwê, du füerest mîn fröude sament dir!


Das Gedicht "Slâfest du, friedel ziere?" stammt von   (1114 - 1170).


Anmerkung

Das Tagelied handelt von der Trennung zweier Liebender (Abschied) bei Tagesanbruch.

Zur Übersetzung des mittelhochdeutschen Liedes: Schläfst du noch, mein schöner Geliebter?.




Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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