Schläfst du noch, mein schöner Geliebter?

Man weckt uns leider bald.

Ein hübscher kleiner Vogel

hat sich bereits auf den Zweig der Linde gesetzt.

 

Ich war sanft eingeschlafen,

nun rufst du, Kind,

auf, auf!

Liebe ohne Leid kann es nicht geben.

Was immer du befiehlst,

das tue ich, meine Freundin.

 

Die Dame begann zu weinen:

Du reitest for und läßt mich allein zurück.

Wann wirst du wieder zu mir kommen?

Ach, du nimmst mein Glück mit dir fort.


Das Gedicht "Schläfst du noch..." stammt von   (1139 - 1170).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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