Droben auf der Linde sang ein kleiner Vogel, vor dem Wald
rief er laut. Da erhob sich mein Herz erneut zu einer Stätte,
wo es vorher schon einmal gewesen war. Ich sah dort Rosenblüten stehen,
die erinnern mich an die vielen Gedanken, die ich auf eine Dame richte.
Ûf der linden obene
Ûf der linden obene dâ sanc ein kleinez vogellîn.
vor dem walde wart ez lût. dô huop sich aber daz herze mîn
an eine stat, dâ ez ê dâ was.ich sach dâ rôsebluomen stân,
die manent mich der gedanke vil, dí ich hin zeiner vrouwen hân.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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