Original
Ez dunket mich wol tûsent jâr,daz ich an liebes arme lac.
sunder âne mîne schulde vremedet er mich menegen tac.
sît ich bluomen niht ensach noch enhôrte der vogel sanc,
sît was mir mîn vröide kurz und ouch der jâmer alzelanc.
Übersetzung auf Hochdeutsch
Es kommt mir wie vor tausend Jahren vor, daß ich im Arm des Liebsten lag.
Ganz ohne meine Schuld meidet er mich die ganze Zeit.
Seither bemerkte ich die Blumen nicht mehr, noch hörte ich das Singen der Vögel,
seither war mir meine Freude kurz, und statt dessen der Jammer lang.
Das Gedicht "Ez dunket mich wol tûsent jâr" stammt von Dietmar von Aist (1114 - 1170).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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