Es dünkt mich wohl tausend Jahre
Daß dem liebsten im Arm ich lag,
Ach, ohne mein Verschulden
Blieb fern er manchen Tag.
Seit ich keine Blumen gesehen,
Nicht hörte der Vöglein Gesang,
Ward kurz mir alle Freude,
Mein Jammer ward allzulang.
Gedichte
Dietmar von Aist
Es dünkt mich wohl tausend Jahre
Daß dem liebsten im Arm ich lag,
Ach, ohne mein Verschulden
Blieb fern er manchen Tag.
Seit ich keine Blumen gesehen,
Nicht hörte der Vöglein Gesang,
Ward kurz mir alle Freude,
Mein Jammer ward allzulang.
Das Gedicht "Erinnerung" stammt von Dietmar von Aist (1139 - 1170).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.