Da sitz' ich auf der Galerie,
Wie es dem Grame ziemt, im Dunkeln;
Im Saale drunten sitzet sie,
Wo viele hundert Kerzen funkeln.
Die Töne flattern durch den Saal,
Wie Vögelchen in Lust und Scherzen:
Ich denk' an dich, du meine Qual,
Du denkst an mich, ich spür's im Herzen.
Wir lauschen gleicher Harmonie
Mit gleichgestimmten, reinen Sinnen:
Ach, konnten denn die Herzen nie
Den gleichen schlag und Ton gewinnen?
Doch tief und tiefer sinket schon
Der Geist in träumendes Erinnern,
Vernimmt statt Horn- und Flötenton
Nur noch das Schmerzenslied im Innern.
Die Töne schweigen, und zu Zwei'n
Verlassen Glückliche die Schwelle:
Ich geh' allein, sie geht allein,
Ein jedes nach der öden Zelle.
Gedichte