Indessen du voll Kummer

in deinem Bette gewacht,

lag ich in sanftem Schlummer

im Grab die erste Nacht.

 

Um mich, du mein Gefährte,

gräme dich nicht zu sehr;

o glaube mir: die Erde

ist keinem Guten schwer.

 

Des Tages banger Schwüle,

des Streites Lärm entrückt,

ach, wie mich hier die Kühle,

die Stille mich beglückt.

 

Es steigt fortan mein Wollen

in Bäumen schlank empor;

in Blumen, düftevollen,

bricht mein Gefühl hervor;

 

und sproßt vom Grabesboden

ein Lilienstengel auf,

den reich′ ich von den Toten

dir, lieber Freund, hinauf.


Das Gedicht "Aus dem Grabe" stammt von   (1808 - 1874).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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