Wie mit Flor bezogen ist der Himmel,

Graue Nebel sinken feucht und schwer,

Und der Raben hungriges Gewimmel

Zieht auf Stoppelfeldern hin und her.

 

Blätter rauschen auf den öden Wegen,

Die ich froh und glücklich einst betrat;

Rauhe Lüfte hauchen mir entgegen,

Und durchschaueren die Wintersaat.

 

Ringsumher ist jede Spur verschwunden

Von des Sommers Lieblichkeit und Lust.

Nur in tiefen, unheilbaren Wunden

Regt sich noch sein Bild in meiner Brust.

 

Nur die Hoffnung hebt durch frische Farben

Die verblichne, freudenleere Welt;

Sammelt auch auf öden Fluren Garben,

Die sie in der Zukunft Felder stellt.

 

Und der Schwermut schauerliche Nächte

Hellt uns oft ihr goldner Himmelsschein;

Freundlich führt uns ihre milde Rechte

In das Reich der Fantasieen ein.

 

Tön′ auch mir mit Deinem Schmeichelworte,

Hoffnung, Frieden in das bange Herz;

Kränze windend um der Zukunft Pforte,

Deute Du der Sehnsucht ihren Schmerz.

 

Und wenn einst der Sommer wiederkehret,

Lass in seinem frischbelebten Grün

Jede Freude, die mein Herz entbehret,

Mir im Glück des Wiedersehens blühn.


Das Gedicht "Im Herbst" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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