Vergänglich ist das festeste im Leben -

Was trauerst Du, dass Liebe auch vergeht?

Lass sie dahin in′s Reich der Zeiten schweben,

Leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht.

 

Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,

Und segne dennoch freudig Dein Geschick,

Schliesst auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen

An Deines Glückes kurzen Augenblick.

 

Du hast gelebt , denn Liebe nur ist Leben!

Sie nur allein webt um den dunklen Traum,

Dem wir den Nahmen unsers Daseyns geben,

Der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.

 

So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten,

Wenn sie des Lebens Sonne Dir entziehn.

Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten,

Ach, sei zufrieden, dass sie einst Dir schien.


Das Gedicht "Vergänglichkeit" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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