Ungetrübt und klar und helle

Rinnet noch des Lebens reine Quelle,

Zwischen Blumenufern Dir dahin.

Morgenroth glänzt auf den stillen Fluthen,

Und im Wiederschein der Purpurgluthen

Spiegelt sich Dein unbefangner Sinn.

 

Aber bald umwölkt ein trüber Schleier

Dir des Daseyns jugendliche Feier,

Und Aurora′s milder Glanz verbleicht.

Wolken ziehn sich über Dir zusammen,

Denn der Leidenschaften wilde Flammen

Haben bald die zarte Brust erreicht.

 

Und verlohren ist der goldne Frieden,

Der der Kindheit nur allein beschieden,

Wenn Dir Liebe droht mit giftigem Pfeil.

Hat er einmahl Dir das Herz durchdrungen,

Machen selbst des Erdballs Huldigungen

Nicht des Busens tiefe Wunde beil.

 

Blühe Deinem Schicksal denn entgegen,

Und wenn Stürme schauernd Dich bewegen,

Wanke dennoch nimmermehr Dein Sinn.

Kraft und Muth siegt über bittre Leiden,

Und wenn alle Rosen von Dir scheiden,

Welke nie der Hoffnung Grün Dir hin.


Das Gedicht "An ein Kind" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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