Diese Blume - ach sie kam von ihr!

Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.

Längst sind ihre Farben hingeschwunden,

Wie die Seeligkeit vergangner Stunden -

Aber dennoch bleibt sie heilig mir,

Diese Blume - denn sie kam von ihr.

 

Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain -

Farb′ und Duft erfüllt ihr kurzes Seyn -

Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,

Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.

Längst verblichne Blume, Du allein

Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings seyn.

 

Thränen trüben schwellend meinen Blick,

Denk′ ich an den schönen Tag zurück,

Wo sie Dich im Morgenthau mir pflückte,

Und ich zärtlich an mein Herz Dich drückte.

Theure Blume - - mein entfloh′nes Glück

Kehrt wie deine Farbe nie zurück!


Das Gedicht "Der Liebende an eine verwelkte Blume" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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