Wenn des Winters starrer Traum

Berg und Flur mit Schnee bedecket,

Jeder dürre Zweig am Baum

Jammernd sich gen Himmel strecket:

 

Kannst du da begreifen, sag′

Wie nach wen′gen Mondesneigen

Der jetzt frosterstarrte Hag

Einen Blüthenflor wird zeigen?

 

Doch du weißt, der lichte Trost

Naht auf unsichtbaren Wegen

Und im rauhen Winterfrost

Lächelst du dem Lenz entgegen.

 

Und so kann, so kann auch ich

Nicht begreifen und nicht fassen,

Wie in meiner Seele sich

Noch ein Glück wird ziehen lassen.

 

Doch ich weiß: zur Wonne geht,

Wer da wallt auf Dornenbahnen,

Und durch meinen Winter weht

Ein tief selig Frühlingsahnen!


Das Gedicht "Frühlingsahnung" stammt von   (1814 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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