Die linden Lüfte sind erwacht,

Sie säuseln und weben Tag und Nacht,

Sie schaffen an allen Enden.

O frischer Duft, o neuer Klang!

Nun, armes Herze, sei nicht bang!

Nun muß sich alles, alles wenden.

 

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,

Man weiß nicht, was noch werden mag,

Das Blühen will nicht enden.

Es blüht das fernste, tiefste Tal:

Nun, armes Herz, vergiß der Qual!

Nun muß sich alles, alles wenden.

Anmerkung: Ludwig Uhland schrieb sein bekanntes Gedicht „Frühlingsglaube“ (1812) im Alter von 25 Jahren in der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon. Es ist ein zentrales Gedicht der Romantik, das Naturbeobachtung mit seelischem Empfinden verbindet und Zuversicht in schwierigen Zeiten spendet. Das optimistische Gedicht nutzt den Übergang vom Winter zum Frühling als Symbol für Hoffnung und Neuanfang. Das lyrische Ich überwindet innere Schwermut durch das Beobachten der erwachenden Natur, wobei das „arme Herz“ aufgefordert wird, an eine Wende zum Besseren zu glauben.


Der Text des Gedichts "Frühlingsglaube" stammt von (* 1787-04-26, † 1862-11-13).




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