Europa zanckte sich und wolte gerne wissen/
Wer in Germanien noch würde könig seyn.
Der stoltze Ludewig war äusserst drauff beflissen/
Wie er das deutsche reich möcht auseinander streun:
Drum spahrt' er weder gelt/ noch müh und schmeicheleyen/
Und bot sein eignes kind zu einem käyser an:
Wer/ sprach er/ wird euch mehr als dieser Printz erfreuen/
Der so/ wie ich/ die kunst sich zu vergrössern kan?
Allein der himmel rieff: Behalte deine Gaben/
Ich will ein Josephs-Hertz und keinen Nero haben.
Das Gedicht "Auff die krönung des Römischen Königs Josephi" stammt von Benjamin Neukirch (1665 - 1729).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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