Ich bin der reichste Mann der Welt! // Meine silber-

nen Yachten / schwimmen auf allen Meeren. // Gold-

ne Villen glitzern durch meine Wälder in Japan, / in

himmelhohen Alpenseeen spiegeln sich meine Schlös-

ser, / auf tausend Inseln hängen meine purpurnen Gär-

ten. // Ich beachte sie kaum. // An ihren aus Bronze

gewundenen Schlangengittern / geh ich vorbei, / über

meine Diamantgruben / lass ich die Lämmer grasen. //

Die Sonne scheint, / ein Vogel singt, / ich bücke

mich / und pflücke eine kleine Wiesenblume. // Und

plötzlich weiss ich: ich bin der ärmste Bettler! // Ein

Nichts ist meine ganze Herrlichkeit / vor diesem

Thautropfen, / der in der Sonne funkelt.


Das Gedicht "Ich bin der reichste Mann der Welt" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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