In graues Grün

verdämmern Riesenstämme

 

Von greisen Aesten

hängt

in langen Bärten Moos.

 

Irgendwo.. hämmernd.. ein Specht.

 

Kommt der Wolf? Wächst das Wunschkraut hier?

 

Wird auf ihrem weissen Zelter,

lächelnd,

auf mein klopfendes Herz zu,

die Prinzessin reiten?

 

Nichts.

Wie schwarze Urweltkröten,

regungslos,

hockt am Weg der Wachholder.

 

Zwischendurch

giftrot

leuchten Fliegenpilze.

 

(aus Phantasus)

Alternativer Titel: Deutscher Sommerwald


Das Gedicht "In graues Grün" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte