Gegen

eine dunkele,

dumpf verrollende, schrägschwarz abziehende

Wetterwand,

aus

der mich noch

die

letzten schweren,

stürzenden Schlossen treffen,

plötzlich,

die Luft wird licht, die Lachen

flimmern,

der gärende, wählende, weißgrau brodelnde Himmel über mir

jählings, zerreißt,

sprühblitzt ... die Sonne!

 

Jagende Wolken! Blendendes Blau!

Ins grüne Gras greift der Wind, Silberweiden sträuben sich.

 

Den

Kopf vorgeduckt,

die Augen fast zu, den Hut in die Stirn,

kämpfe ich mich

durch den fegend sausenden,

stürmisch brausenden, entfesselt tobenden Frühlingsaufruhr!

 

Mit

einem Mal,

die Brust atmet auf, mein Mantel flattert nichtg mehr,

ich blicke erstaunt um mich

alles ... still.

 

Der ganze Spektakel, Lärm und Tumult,

kein Blättchen rührt sich, kein Hälmchen schwankt,

auch

nicht das leiseste,

sanfteste, zarteste Lüftchen mehr,

wie

weggeblasen!

 

Erquickende, friedliche, glasklare

Frische!

Der Himmel glänzt, eine kleine Meise singt wieder,

ich spüre wohligste

Wärme.

 

Auf einem jungen Erlenbaum,

regenbogenschillernd, edelsteinfunkelnd,

märchenbunt,

leuchtwiegen, blinkdrehen,

spiegelschaukeln

sich

spielschwebend, tanzhangende,

seligkeitszitternde

Tropfen!


Das Gedicht "Abziehendes Gewitter" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte