Großvater und Großmutter,

Die saßen im Gartenhag,

Es lächelte still ihr Antlitz

Wie sonniger Wintertag.

 

Die Arme verschlungen, ruhten

Ich und die Geliebte dabei,

Uns blühten und klangen die Herzen

Wie Blumenhaine im Mai.

 

Ein Bächlein rauschte vorüber

Mit plätscherndem Wanderlied

Stumm zog das Gewölk am Himmel,

Bis unseren Blicken es schied.

 

Es raschelte von den Bäumen

Das Laub, verwelkt und zerstreut,

Und schweigend an uns vorüber

Zog leisen Schrittes die Zeit.

 

Stumm blickt aufs junge Pärchen

Das alte stille Paar;

Des Lebens Doppelspiegel

Stand vor uns licht und wahr:

 

Sie sahen uns an und dachten

Der schönen Vergangenheit;

Wir sahen sie an und träumten

Von ferner, künftiger Zeit.


Das Gedicht "Familiengemälde" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte