Der Graf kehrt heim vom Festturnei,

Da wallt an ihm sein Knecht vorbei.

 

Hallo, woher des Wegs, sag’ an!

Wohin, mein Knecht, geht deine Bahn?

 

»Ich wandle, daß der Leib gedeih’,

Ein Wohnhaus such’ ich mir nebenbei.«

 

Ein Wohnhaus? Nun, sprich grad’ heraus,

Was ist geschehn bei uns zu Haus?

 

»Nichts Sonderlich’s! Nur todeswund

Liegt euer kleiner weißer Hund.«

 

Mein treues Hündchen todeswund!

Sprich, wie begab sich’s mit dem Hund?

 

»Im Schreck eu’r Leibroß auf ihn sprang,

Drauf lief’s in den Strom, der es verschlang.«

 

Mein schönes Roß, des Stalles Zier!

Wovon erschrak das arme Thier?

 

»Besinn ich recht mich, erschrak’s davon,

Als von dem Fenster stürzt’ eu’r Sohn.«

 

Mein Sohn? Doch blieb er unverletzt?

Wohl pflegt mein süßes Weib ihn jetzt?

 

»Die Gräfin rührte stracks der Schlag,

Als vor ihr des Herrleins Leichnam lag.«

 

Warum bei solchem Jammer und Graus,

Du Schlingel, hütest du nicht das Haus?

 

»Das Haus? Ei, welches meint ihr wohl?

Das eure liegt in Asch’ und Kohl’!

 

Die Leichenfrau schlief ein an der Bahr’,

Und Feuer fing ihr Kleid und Haar.

 

Und Schloß und Stall verlodert’ im Wind,

Dazu das ganze Hausgesind!

 

Nur mich hat das Schicksal aufgespart,

Euch’s vorzubringen auf gute Art.«


Das Gedicht "Botenart" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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