Stürme, Dezember, vor meinem Gemach,

Hänge Zapfen von Eis an das Dach;

Nichts doch weiß ich vom Froste;

Hier am wärmenden, trauten Kamin

Ist mir, als ob des Frühlings Grün

Rings um mich rankte und sproßte.

 

All das Gezweig, wie es flackert und flammt,

Plaudert vom Walde, dem es entstammt,

Redet von seligen Tagen,

Als es, durchfächelt von Sommerluft,

Knospen und Blüten voll Glanz und Duft,

Grünende Blätter getragen.

 

Fernher hallenden Waldhornklang

Glaub′ ich zu hören, Drosselgesang,

Sprudelnder Quellen Schäumen,

Tropfenden Regen durchs Laubgeäst,

Der die brütenden Vögel im Nest

Weckt aus den Mittagsträumen.

 

Stürme denn, Winter, eisig und kalt!

An den Kamin herzaubert den Wald

Mir der Flammen Geknister,

Bis ich bei Frühlingssonnenschein

Wieder im goldgrün schimmernden Hain

Lausche dem Elfengeflüster.


Das Gedicht "Am Kamin" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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