Sei willkommen, Zwielichtstunde!

Dich vor allen lieb′ ich längst,

Die du, lindernd jede Wunde,

Unsre Seele mild umfängst.

 

Hin durch deine Dämmerhelle

In den Lüften, abendfeucht,

Schweben Bilder, die der grelle

Schein des lauten Tags gescheucht.

 

Träume und Erinnerungen

Nahen aus der Kinderzeit,

Flüstern mit den Geisterzungen

Von vergangner Seligkeit.

 

Und zu Jugendlustgenossen

Kehren wir ins Vaterhaus;

Arme, die uns einst umschlossen,

Breiten neu sich nach uns aus.

 

Nach dem Trennungsschmerz, dem langen,

Dürfen wir noch einmal nun

Denen, die dahingegangen,

Am geliebten Herzen ruhn,

 

Und, indes zum Augenlide

Sanft der Schlummer niederrinnt,

Sinkt auf uns ein sel′ger Friede

Aus dem Land, wo jene sind.


Das Gedicht "Abenddämmerung" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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