Kind aus dem Volke so schlicht und rein,

Hüte dich, hüte dich Blümelein!

Bist so lieblich und zart von Gestalt,

Uebst so süße Zaubergewalt ...

Bald ist der Liebe Knospe erwacht,

Liebe kommt träumend und über Nacht.

Heißer zum Herzen strömt dir das Blut,

Deine Wang' erglüh't in Rosenglut.

Dein Mund dem Kusse entgegenschwillt,

Nur des Mannes Arm deine Sehnsucht stillt.

Wild preßt du ihn an die wogende Brust,

Du giebst dich hin im Taumel der Lust.

Für ewig scheidet von dir das Glück,

Nie kehrt deine Munterkeit zurück.

In Thränen stirbt deiner Seele Mai,

In düstrer Verzweiflung dein Todesschrei.


Das Gedicht "Kind aus dem Volke" stammt von   (1864 - 1913).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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