Umfließt mich Duftwogen

Des wallenden Aethers,

Gießt göttlichen Odem's

Anhauch und Leben

In's innerste Mark mir!

Durchschau'rt jeden Nerv

Mit sonntrunkener Andacht!

Laßt hinab mich tauchen

In himmlische Lichtsphär'!

Umarme mich brünstig

Du seliges Schweigen

Unendlicher Liebe! ...

Hinstirbt die Sehnsucht,

Die ewige Sehnsucht

Der erdkranken Seele.

Gesprengt sind die Bande

Der sterblichen Hülle,

Ertödtet die wilden

Dämonen des Fleisches.

Dann werd' ich dich schauen,

Ganz schauen und fühlen,

Erlöser und Allgott,

Mit Sonnen und Sternen

Im Schooße dir liegen

Und träumen, was du träumst.

Dann stillst du die brennenden

Schmerzen des Müden,

Dann stillst du den Durst,

Den unersättlichen Durst

Nach ewiger Tröstung,

Dann labt mich dein Auge,

Dein lichtspendend Auge,

Du Urquell der Gnade,

Dann zerfließ' ich im Weihkuß

Deiner Seelenumarmung,

Du allmächtige Selbstkraft!


Das Gedicht "Im wallenden Aether" stammt von   (1864 - 1913).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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