Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle

ein Halbgeheilter schreitet: in der Helle

mit hellen Händen winkt ihm der Jasmin.

Ein Atemholen hebt ihn von der Schwelle, -

er tastet vorwärts: Welle schlägt um Welle

der großbewegte Frühling über ihn.

 

Ich geh dir nach in tiefem Dirvertrauen.

Ich weiß deine Gestalt durch diese Auen

vor meinen ausgestreckten Händen gehn.

Ich geh dir nach, wie aus des Fiebers Grauen

erschreckte Kinder gehn zu lichten Frauen,

die sie besänftigen und Furcht verstehn.

 

Ich geh dir nach. Wohin dein Herz mich führe

frag ich nicht nach. Ich folge dir und spüre

wie alle Blumen deines Kleides Saum..

 

Ich geh dir nach auch durch die letzte Türe,

ich folge dir auch aus dem letzten Traum...


Das Gedicht "Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle..." stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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