Wirst du im Alter einst bei Kerzenschimmer lesen,
Am Feuer sitzend, runzlig und gebückt,
Summst meine Verse du und sagst entzückt:
Ronsard besang mich, als ich schön gewesen!

Unterm Gesinde ist wohl dann kein Wesen,
Das, hat der Schlaf ihm auch das Aug' halb zugedrückt,
Bei meines Namens Klang nicht lauschte tief beglückt,
Und deinen Namen pries in ewig schönen Thesen. -

Ich werde längst unter den Schatten sein,
Graus wölbt sich Erde über mein Gebein,
Wenn du ein greises Mütterchen am Herde,

Voll Reue, weil es einst mich stolz verschmäht, -
Drum lebe, glaub es mir, eh es zu spät,
Und pflücke heute noch die Rosen dieser Erde!


Das Gedicht "Sonett für Helene (V.)" stammt von   (1524 - 1585).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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