Bei Kastor, bei Pollux, den Brüdern, die dir teuer,
Schwör ich, Helene, dir am ersten Frühlingstag,
Beim Weinberg auch, beim blütenreichen Hag,
Und bei der Ulmen jungem Blätterschleier,

Beim dunkelklaren, schilfumkränzten Weiher,
Der immer tief im Wald dem Lenz zu Füßen lag,
Beim Wunder, das uns tönt im Nachtigallenschlag:
Ich seh in dir allein mein letztes Abenteuer.

In unbeeinflußt freier Herzenswahl
Hab deiner Jugend Reize ich erkoren,
Und trag der Leidenschaft Weh und Qual.

Das Glück, das mich erfüllt, ist aus mir selbst geboren.
Doch, trügt die Jugend nur ein einzig Mal,
Bin, schöne Herrin, ich für dich verloren!


Das Gedicht "Sonett für Helene (I.)" stammt von   (1524 - 1585).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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