Mit seinen Blumen und gesprungnen Blüten
Läßt nun der Frühling meine Schmerzen blühn,
Durch meine Nerven und Arterien ziehn
Sich Feuer, die in meinen Knochen wüten.
So vielen Fluten muss die Stirn nicht bieten
Der Seemann, treibt Boreas Atem ihn,
Und so viel Sand sieht Afrika nicht glühn,
Wie Qualen tief in meinem Herzen brüten.
Ich hätte Lust - so grässlich muss ich leiden!-
Aus meinem Leib das Leben mir zu scheiden,
Die Festung meiner Sehnsucht auszuhöhlen.
Hätt mich vor dieser Tat nicht Furcht ereilt,
Dass mit dem Tod auch meine Wunde heilt,
Denn die wird nach dem Todesstoß mir fehlen.
Das Gedicht "An Cassandre" stammt von Pierre de Ronsard (1524 - 1585).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite: Gedichte
Gedichte