Waldesnacht, du wunderkühle,

die ich tausend Male Grüß;

nach dem lauten Weltgewühle,

O, wie ist dein Rauschen süß,

Träumerisch die Müden Glieder

berg ich weich ins Moos,

und mir ist als würd ich wieder

all der irren Qualen los.

 

Fernes Flötenlied vertöne,

das ein weites Sehnen rührt,

die Gedanken in die Schöne,

ach mißgönnte Ferne führt.

Laß die Waldesnacht mich wiegen,

stillen jede Pein,

und ein seeliges Genügen

saug ich mit den Düften ein

 

In den heimlich engen Kreisen

wird dir wohl, du wildes Herz,

und ein Friede schwebt mit leisen

Flügelschlägen niederwärts.

Singet holde Vogellieder,

mich in Schlummer sacht!

Irre Qualen Löst euch wieder,

wildes Herz nun gute Nacht!


Das Gedicht "Waldesnacht" stammt von   (1830 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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