Wie deine grüngoldenen Augen funkeln,

Wald, du moosiger Träumer,

Wie so versonnen deine Gedanken dunkeln,

Saftstrotzender Tagesversäumer,

Einsiedel, schwer von Leben!

 

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben:

Wie′s Atem holt

und näher kommt

und braust,

Und weiter zieht

und stille wird

und saust!

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben,

Hochoben steht ein ernster Ton,

 

Dem lauschten tausend Jahre schon

Und werden tausend Jahre lauschen.

Und immer dieses starke, donnerdunkle Rauschen.


Das Gedicht "Waldstimme" stammt von (* 1854-09-11, † 1904-04-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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