Deine lachenden Augen ruhen auf mir

Sonnenscheinwarm und trösten mein Herz;

Dein kleines Grübchen der rechten Wange

Macht lustig mein Herz, denk ich blos seiner;

Dein rascher Schritt belebt mein Auge

Und spendet Flügel meinen Gedanken;

Dein Schelmenkinn dünkt mich so witzig

Wie zehn französische Komödien

Und dreißigtausend urgermanische;

Deiner Lippen geschwungener Liebesbogen

Jagt Kußwild auf in meinem Herzen

(Ich denke du findest das Bildchen zierlich!)

Und wenn du sprichst, schwillt auf mein Fühlen;

Dann bin ich selig ganz, ganz selig,

Die Engel im Himmel dann hör ich ja singen!

Aber nur eins, mein Mauserl, bitte,

Eins vermeide - es macht nervös mich -,

Sprich mir nicht das Hauptwort "Heirat".

Dieses Hauptwort klingt so ledern,

Wie ein ganzer Leitartikel,

Und ich hasse sehr dergleichen.


Das Gedicht "Ernste Mahnung" stammt von   (1865 - 1910).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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