Zueignung vor der Zeitschrift: Vesta.

 

1807.

 

In diesem Lande haust und waltet

Ein fremder, kalter Schreckensgeist,

Der Alles theilt und Alles spaltet

Und jede schöne Form zerreißt.

 

Verderben brütet auf der Erde,

Am höchsten Leben zehrt der Tod,

Der auch der Glut auf Vesta′s Herde

Den Untergang im Sturme droht.

 

Soll auch das Heil′ge von uns weichen?

Wird unser Köstlichstes ein Raub?

Kann nichts der Götter Ohr erreichen,

Und sind sie jedem Flehen taub? -

 

Da fühlt ein überirdisch Wehen

Der frommen Beter kleine Schaar:

Es naht, erzeugt in Aethers Höhen,

Ein Götterbild sich dem Altar.

 

Die Heil′ge, die des Herdes pfleget,

Wann in den Krieg die Götter ziehn,

Die Herz und Seele sanft beweget,

In neuen Flammen zu erglühn -

 

Sie ist es, die ein junges Leben

Den schon erstarrten Formen beut,

Sie ist es, der sich jedes Streben

Für′s Heiligthum der Menschheit weiht.


Das Gedicht "Unsrer Königin " stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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