Ach, wer nimmt von meiner Seele

Die geheime schwere Last,

Die, je mehr ich sie verhehle,

Immer mächtiger mich faßt?

 

Möchtest du nur endlich brechen,

Mein gequältes, banges Herz!

Findest hier mit deinen Schwächen,

Deiner Liebe nichts als Schmerz.

 

Dort nur wirst du ganz genesen,

Wo der Sehnsucht nichts mehr fehlt,

Wo das schwesterliche Wesen

Deinem Wesen sich vermählt.

 

Hör′ es, Vater in der Höhe,

Aus der Fremde fleht dein Kind:

Gib, daß er mich bald umwehe

Deines Todes Lebenswind.

 

Daß er zu dem Stern mich hebe,

Wo man keine Trennung kennt,

Wo die Geistersprache Leben

Mit der Liebe Namen nennt.


Das Gedicht "Todessehnen" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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