Aus dem Urquell rannen Tropfen,

Seelen, die gleich hellen Thränen,

Farben spiegeln und sich sehnen

Nach den Schwesterthränen,

Nach dem Thränenmeer.

 

Aus dem Urquell rannen Thränen,

Die, zu Steinen schnell erkaltet,

Ewig Thränenfarbe tragen,

Die sich ewig sehnen

Nach der Schmelzung Glut.

 

Hat sie nicht ein Ziel gefunden

Für die ewig rege Sehnsucht

Meine Seele? Schwesterthräne,

Holde Schwesterseele,

Wurden wir nicht eins?

 

Sieh die zarten Perlenschnüre

Sich um deinen Busen schlingen,

Wie sie glänzen, wie sie glühen,

Wie sie Leben finden

Dort, wo ich sie fand?


Das Gedicht "Thränen" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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