Aus dem Urquell rannen Tropfen,
Seelen, die gleich hellen Thränen,
Farben spiegeln und sich sehnen
Nach den Schwesterthränen,
Nach dem Thränenmeer.
Aus dem Urquell rannen Thränen,
Die, zu Steinen schnell erkaltet,
Ewig Thränenfarbe tragen,
Die sich ewig sehnen
Nach der Schmelzung Glut.
Hat sie nicht ein Ziel gefunden
Für die ewig rege Sehnsucht
Meine Seele? Schwesterthräne,
Holde Schwesterseele,
Wurden wir nicht eins?
Sieh die zarten Perlenschnüre
Sich um deinen Busen schlingen,
Wie sie glänzen, wie sie glühen,
Wie sie Leben finden
Dort, wo ich sie fand?
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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