Den Bäumen wachsen Augen

Im Garten und im Hain

Und tausend Leben saugen

Des Gottes Athem ein.

 

Die Liebe fließt in Bächen,

Sie weht im Blütenduft,

Verborgne Stimmen sprechen

Im Bach und in der Luft.

 

Komm Freundin, süße Taube,

Verborgne, Liebliche,

Komm zur geheimen Laube,

Umwölkt vom Blütenschnee.

 

Laß fühlen mich der Rede

Bezaubernde Gewalt,

Enthüll′, o Süße, Blöde,

Die herrliche Gestalt.

 

Der Lilien bekleidet,

Gab ihr den Frühlingsschein,

Der unter Rosen weidet,

Dein Freund ist dein, du sein!


Das Gedicht "Frühlingsgesang an Sulamith" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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