Den Bäumen wachsen Augen
Im Garten und im Hain
Und tausend Leben saugen
Des Gottes Athem ein.
Die Liebe fließt in Bächen,
Sie weht im Blütenduft,
Verborgne Stimmen sprechen
Im Bach und in der Luft.
Komm Freundin, süße Taube,
Verborgne, Liebliche,
Komm zur geheimen Laube,
Umwölkt vom Blütenschnee.
Laß fühlen mich der Rede
Bezaubernde Gewalt,
Enthüll′, o Süße, Blöde,
Die herrliche Gestalt.
Der Lilien bekleidet,
Gab ihr den Frühlingsschein,
Der unter Rosen weidet,
Dein Freund ist dein, du sein!
Das Gedicht "Frühlingsgesang an Sulamith" stammt von Max von Schenkendorf (* 1783-12-11, † 1817-12-11).
Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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