Nun steigt hernieder, Frühlingsträume,

Nun streb′ empor, du süßer Duft!

In lufterfüllter, blaue Räume

Gieß deine Wonnen, sel′ge Luft!

 

Mit feierlichen Glockentönen

Klingt frohe Botschaft mir an′s Ohr;

Im Sonnenlicht, dem heiterschönen,

Ringt sich ein mächt′ger Geist empor!

 

Und ob ein letztes Winterstürmen

Die Welt durchtobt, — getrost, es mait!

Hört ihr es nicht von allen Türmen:

Sie naht, sie naht, die holde Zeit?

 

Und hast du noch so schwer zu tragen,

Und fiel dir manches herbe Los:

Noch sinken dir in lichten Tagen

Der Blüten reichste in den Schoß!

 

Und was der Menschheit hat an Nöten

Und bitterm Leid die Zeit gebracht:

Der Himmel flammt in Morgenröten,

Zum gold′nen Tag erwacht die Nacht!


Das Gedicht "Frühling" stammt von   (1854 - 1889).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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