Diese Sitten, diese Gaben,

Diese keusche Freundlichkeit,

Welcher Glantz euch hat erhaben,

Daß ihr Liebens würdig seyd,

Uebertrifft der Sachen Preiß,

Die man sonst zu finden weiß.

 

Doch mein williges Gemühte,

Darmit ich euch zugethan,

Uebertrifft deß Bandes Güte,

Welches ich jetzt knüpffen kan;

Weil der Sinn nun nicht gebricht,

So verschmeht das Band auch nicht.

 

Gott, der euch die Ziehr gegeben,

Lasse den gewündschten Tag

Euch mit Freuden bald erleben,

Daß ein Band euch binden mag,

Das vom Himmel selbst erkiest

Und der Schönheit würdig ist.


Das Gedicht "Bindebrieff" stammt von   (1597 - 1639).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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